Manuelle Lymphdrainage
Das Lymphsystem, ein wesentlicher Bestandteil unseres Immunsystems, schützt uns vor Krankheitserregern. Es unterstützt auch den Transport von Flüssigkeiten und Lipiden im Körper. Schon in der fünften Woche unserer Entwicklung beginnt es zu wachsen und verbindet sich frühzeitig mit dem venösen System. Wie ein unsichtbares Netzwerk verlaufen die Lymphgefäße parallel zu Arterien und Venen und spielen eine entscheidende Rolle für unsere Gesundheit.

Ihre Behandlung bei alSa Rehab
Therapeutenwahl: Petra Stupkova, Franziska Vosenova, Stanislava Katrinakova
Art der Behandlung: auf ärztliche Verordnung, Privat 60‘
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Indikationen:
Bei primären und sekundären Lymphödemen sowie bei bestimmten Schwellungen kann manuelle Lymphdrainage Teil der Behandlung sein. Auch Menschen mit chronischen venösen Beschwerden suchen wegen Schwellungen Unterstützung. Krampfadern, Arteriosklerose und Venenentzündungen müssen jedoch ärztlich abgeklärt werden; manuelle Lymphdrainage behandelt diese Erkrankungen nicht. Für Cellulite ist ein anhaltender Nutzen der Methode nicht belegt.
Auch Sportlerinnen und Sportler fragen nach manueller Lymphdrainage zur Regeneration. Ein beschleunigter Abbau von Stoffwechselprodukten in den Zellen ist dadurch jedoch nicht belegt. Nach einer orthopädischen Operation kann die Methode bei Schwellungen sinnvoll sein, sobald Wundheilung und ärztliche Vorgaben es zulassen; der zwölfte Tag ist keine allgemeine Regel. Auch bei oder nach einer Krebserkrankung ist eine Behandlung von Lymphödemen möglich. Die Eignung richtet sich nach der individuellen Situation und dem Behandlungsteam, nicht pauschal nach negativen Tumormarkern.
Manuelle Lymphdrainage
Die manuelle Lymphdrainage ist eine sanfte therapeutische Technik, mit der der Abtransport von Lymphflüssigkeit unterstützt und Schwellungen reduziert werden können. Sie wird insbesondere bei Lymphödemen, nach Verletzungen oder Operationen sowie bei anderen Formen von Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe eingesetzt.
Mit rhythmischen, gezielten Handgriffen unterstützen wir den natürlichen Lymphfluss und fördern den Abtransport überschüssiger Gewebeflüssigkeit. Die Behandlung wird individuell an die betroffene Körperregion und die jeweilige Ursache der Schwellung angepasst.
Der Weg der Lymphe und die Behandlung
Das Lymphsystem nimmt überschüssige Flüssigkeit aus dem Gewebe auf. Diese gelangt über feine Lymphkapillaren, grössere Lymphgefässe und Lymphknoten zurück in den venösen Blutkreislauf – über die grossen Lymphgänge in der Nähe der Schlüsselbeine. So wird die Gewebeflüssigkeit nicht einfach „freigesetzt“, sondern in einem verzweigten Gefässsystem weitertransportiert. Das Lymphsystem ist zudem an der Immunabwehr und am Transport bestimmter Fette beteiligt.
Bei der manuellen Lymphdrainage verwendet eine speziell ausgebildete Physiotherapeutin oder ein speziell ausgebildeter Physiotherapeut leichte, rhythmische Handgriffe. Die Technik wird an die betroffene Region und die Ursache der Schwellung angepasst. Ihr therapeutisches Ziel ist die Unterstützung des Lymphabflusses bei geeigneten Beschwerden. Sie ist keine Wellness-Massage.
Wann wir zuerst abklären oder die Behandlung verschieben
Nicht jede Vorerkrankung schliesst eine manuelle Lymphdrainage aus. Entscheidend sind der aktuelle Zustand, die Ursache der Schwellung und gegebenenfalls die Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.
- Infektionen, Haut und Venen: Bei einer akuten bakteriellen Hautinfektion (Cellulitis), Fieber, einer akuten Venenentzündung oder Verdacht auf eine Thrombose behandeln wir den betroffenen Bereich nicht, bevor die Ursache medizinisch geklärt und versorgt ist. Auch andere aktive Hauterkrankungen oder offene Wunden müssen vorab beurteilt werden. „Cellulitis“ als Infektion ist nicht mit kosmetischer „Cellulite“ gleichzusetzen; für Cellulite ist ein anhaltender Nutzen der Lymphdrainage nicht belegt.
- Herz und Kreislauf: Bei nicht stabiler Herzinsuffizienz, akutem Lungenödem, kürzlichem Herzinfarkt, instabiler Angina pectoris oder stark entgleistem Blutdruck braucht es zuerst eine ärztliche Beurteilung. Niedriger Blutdruck und eine stabile Herzerkrankung sind nicht automatisch ein Ausschluss, werden aber bei der Planung berücksichtigt.
- Lunge, Leber und Nieren: Schwere oder akut verschlechterte Lungen-, Leber- und Nierenerkrankungen können selbst Schwellungen verursachen oder die Belastbarkeit beeinflussen. Das gilt beispielsweise bei instabilem Asthma, einer akuten Verschlechterung von COPD oder Bronchitis sowie bei schwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung. Hier klären wir Diagnose und Behandlungsrahmen zuerst medizinisch ab.
- Krebserkrankungen: Ein Lymphödem ist eine Schwellung durch gestörten Lymphabfluss; ein Lymphom dagegen ist eine Krebserkrankung von Lymphozyten. Lymphödeme können auch nach der Behandlung anderer Krebsarten entstehen, beispielsweise nach Entfernung oder Bestrahlung von Lymphknoten bei Brustkrebs. Ob eine manuelle Lymphdrainage während oder nach einer Krebsbehandlung geeignet ist, stimmen wir mit dem Behandlungsteam ab. Eine pauschale Gefahr, Krebs durch Lymphdrainage „zu verbreiten“, ist keine geeignete Entscheidungsregel. Auch negative Tumormarker sind weder eine allgemeine Voraussetzung noch ein ausreichendes Freigabekriterium.
- Neurologische und hormonelle Erkrankungen: Ein zurückliegender Schlaganfall, Epilepsie, Neuropathie oder Plexopathie sind keine pauschalen Ausschlüsse; wir berücksichtigen sie bei der Planung. Bei Schilddrüsenfunktionsstörungen, Herzrhythmusstörungen oder Veränderungen der Halsgefässe muss besonders eine Behandlung am Hals sorgfältig abgeklärt werden. Bei unklarer oder instabiler Situation holen wir ärztlichen Rat ein.
- Nach Operationen: Nach orthopädischen oder anderen Eingriffen richten sich Beginn und Behandlungsgebiet nach Wundheilung, Befund und ärztlichen Vorgaben. Der früher genannte zwölfte Tag ist keine allgemeingültige Regel.
Eine plötzlich neue, schmerzhafte oder ungeklärte Schwellung gehört zunächst medizinisch abgeklärt. Bei Atemnot oder plötzlichen starken Beschwerden ist eine umgehende medizinische Beurteilung nötig.
Ergänzende Massnahmen
Bei einem Lymphödem wird die manuelle Lymphdrainage in der Schweiz als Teil der komplexen physikalischen Entstauungstherapie eingesetzt. Die Krebsliga Schweiz beschreibt dafür fünf Säulen: Hautpflege, manuelle Lymphdrainage, Kompression, Bewegung und Selbstmanagement. Welche Massnahmen für Sie geeignet sind, richtet sich nach Diagnose und Befund. Bei zusätzlichen Weichteilbeschwerden besprechen wir, ob Faszientherapie oder Kinesiotaping sinnvoll ergänzen.
Manuelle Lymphdrainage wird gelegentlich auch zur Regeneration im Spitzensport, für einen schnelleren Abbau von Stoffwechselprodukten, zur „Entgiftung“ oder zur Stärkung des Immunsystems beworben. Für diese Wirkversprechen durch manuelle Lymphdrainage gibt es keinen gesicherten Nachweis. Wir empfehlen die Methode deshalb nach therapeutischem Bedarf, insbesondere bei geeigneten Schwellungen und Lymphödemen.
Schweizer Fachquellen: Krebsliga Schweiz: Lymphödem, Universitätsspital Zürich: Lymphologische Physiotherapie und Schweizer Fachverband für Manuelle Lymphdrainage: Gegenanzeigen.
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