Füsse als Fundament des Körpers

Unsere Füsse tragen uns Tag für Tag durchs Leben. Sie ermöglichen uns zu gehen, laufen, springen, tanzen.
Sie schenken uns Bewegungsfreiheit, Stabilität und Mobilität. Trotz ihrer enormen Bedeutung werden sie im Alltag oft vernachlässigt.
Dabei übernehmen die Füsse eine zentrale Rolle im gesamten Bewegungsapparat. Sie verbinden uns mit dem Boden, sichern unser Gleichgewicht und fungieren als hochsensibles Sinnesorgan. Über unzählige Rezeptoren nehmen sie Temperatur, Untergrundbeschaffenheit, Druck und Stabilität wahr – Informationen, die essenziell für eine gesunde Körperhaltung sind.
Füsse als natürliche Stoßdämpfer
Unsere Füße wirken wie ein ausgeklügeltes Stoßdämpfersystem. Bei jedem Schritt absorbieren sie Aufprallkräfte und leiten diese kontrolliert weiter. So schützen sie Knie, Hüften und die Wirbelsäule vor Überlastung. Eine eingeschränkte Fußfunktion kann daher Beschwerden weit über den Fuß hinaus verursachen.
Erstaunliche Anpassungsfähigkeit
Füße sind extrem anpassungsfähig:
an unterschiedliche Untergründe (z. B. beim Barfußgehen)
an wechselnde Belastungen
an Körperhaltung und Bewegungsmuster
sogar an die Form des Schuhwerks
Doch genau hier liegt auch eine Herausforderung.
Füsse als Fundament des gesamten Bewegungsapparats
Es lohnt sich, bewusst wahrzunehmen, welchen Einfluss unsere Füße auf den gesamten Körper haben.
Die untere Extremität funktioniert als zusammenhängende Einheit: Verändert sich die Ausrichtung der Fußgelenke, wirkt sich dies auf Knie, Hüfte und oft sogar auf die Wirbelsäule aus.
Eine gute aktive Stabilität im Fuß kann daher eine große positive Wirkung auf die Körperhaltung, die Bewegungsqualität und die Belastungsverteilung im gesamten Bewegungsapparat haben.
So können Sie sich wieder mit Ihren Füßen verbinden
Barfußgehen – das wir im letzten Beitrag thematisiert haben – ist eine der natürlichsten und sinnvollsten Aktivitäten für unsere Füße. Es fördert die Wahrnehmung, aktiviert die Fußmuskulatur und unterstützt die natürliche Funktion des Fußgewölbes.
Im Folgenden zeigen wir Ihnen einfache Übungen und alltagstaugliche Anregungen, mit denen Sie Ihre Füße wieder bewusst wahrnehmen, aktivieren und kräftigen können.
1. Fusswahrnehmung – der erste Check-in
Ziehe deine Schuhe und Socken aus und stelle dich locker hin.
Wenn du stabil stehst, schließe die Augen und richte deine Aufmerksamkeit auf die Fußsohlen:
Wo ist mehr Druck spürbar?
Wo nimmst du Verspannung oder sogar Schmerz wahr?
Welche Bereiche berühren den Boden kaum oder gar nicht?
Verlagere anschließend dein Körpergewicht ganz sanft:
vor und zurück
seitlich
dann in kleinen Kreisbewegungen
Beobachte dabei, wie sich diese Bewegungen in deinen Füßen anfühlen.
2. Berührung & Aktivierung (im Sitzen)
Lege einen Fuß auf das gegenüberliegende Knie.
Strecke mit den Händen über die gesamte Fußsohle – ruhig und mit allmählich zunehmendem Druck.
Nimm dir für jede Seite 1–2 Minuten Zeit und arbeite dich bis zum Knie vor.

Passive bewegungen
Halte die Ferse mit einer Hand fest und greife mit der anderen Hand den Fuß oberhalb der Zehen.


- Bewege die Zehen vorsichtig: drehen, beugen und strecken.
- Halte Knöchel und Vorfuß stabil und bewege die Ferse behutsam in alle Richtungen.

- Verflechte deine Finger mit den Zehen und bewege sie gemeinsam: kreisen, strecken, beugen – und die Zehen sanft in die Länge ziehen.


- Bei Hallux valgus:
Halte die kleinen Zehen mit einer Hand, den Grosszeh mit der anderen – und ziehe sie sanft voneinander weg, ohne die Zehen zu verdrehen.

Aktive bewegungen
Ausgangsposition:
Aufrechter Sitz, beide Fusssohlen auf dem Boden, Knie über den Füssen.
Wiederhole jede Übung 10-mal – zuerst mit einem, dann mit dem anderen Fuss:
- Alle Zehen gleichzeitig anheben und wieder ablegen.


- Später, isolieren:
- Zehen heben, aber der Grosszeh bleibt unten.
- Grosszeh heben, die anderen Zehen bleiben auf dem Boden.


- Bewegen Sie den Grosszeh aktiv seitlich, ähnlich einer Scheibenwischerbewegung.
Bei Bedarf darf die Bewegung sanft mit der Hand unterstützt werden.

